Klimaaktivisten unzufrieden

Kohlekraftwerk

Die Klimaaktivisten sind mit dem Verlauf des Weltklimagipfels in Madrid unzufrieden und haben für Freitag zu neuen Streiks aufgerufen. Die bisherigen Fortschritte auf der Konferenz seien „unzureichend“. Man werde die Vertagung von Entscheidungen nicht länger akzeptieren. Fridays for Future fordert als Sofortmaßnahmen für Deutschland (bis Ende 2019) ein Ende der Subventionen für fossile Energieträger, die Stilllegung eines Viertels der Kohlekraft sowie eine Steuer auf Treibhausgasemissionen. Eine Tonne CO2 müsste schnell so hoch bepreist werden, wie die Kosten, die zukünftigen Generationen dadurch entstehen.

Bundesrat lehnt Teile des Klimapakets ab

Der Bundestag stoppt Teile des Klimapakets der Bundesregierung, u.a. die Steuersenkung für Bahntickets. Nun sollen der Vermittlungsausschuss angerufen werden und Kompromisse verhandelt werden. Es geht dabei auch um die Kostenverteilung zwischen Bund und Ländern.

Klimaschutz: Druck auf Regierungen steigt, die Vereinten Nationen fordern sofortiges und drastisches Handeln

Der heute veröffentlichte Bericht der Vereinten Nationen über die Umweltemissionen 2019 zeigt, dass die Länder 2020 ihre Klimaziele für 2030 drastisch steigern und die Emissionssenkungen deutlich beschleunigen müssen, um das 1,5 °C-Ziel noch erreichen zu können. Die Emissionen müssten von 2020 bis 2030 um etwa 7,6 Prozent pro Jahr gesenkt werden. Das entspricht einer massiven Anstrengung im Vergleich zur tatsächlichen aktuellen Entwicklung. In den letzten fünf Jahren hat die EU die Emissionen nur um magere 0,25 Prozent pro Jahr gesenkt.

„Auch die Erwachsenen sollten auf die Straße gehen!“

Prof. Dr. Harald Lesch plädiert in seinem Vortrag beim 9. Hessischen Klimaempfang 2019 für neue Lebensmodelle. Die Menschheit habe sich mittlerweile extrem von der Natur entfernt und könne immer schlechter die Folgen ihres Handelns beurteilen. Es müssten ethische Vorstellungen für die Verwendung von Technologien entwickelt werden. Zum Beispiel müsse die Digitalisierung dringend in eine nachhaltige Strategie eingebettet werden. Die Zeit dränge, mit der Natur lasse sich nicht verhandeln.

Ein Baum für 45 Suchanfragen

Dass das Surfen im Internet sehr viel Energie verbraucht und die Bereitstellung der Infrastruktur einen großen Teil zum Klimawandel beiträgt, ist vielen Nutzer*innen nicht bewusst. Um Energie zu sparen, sollte man zum Beispiel Streaming-Dienste beenden, sobald man das Haus verlässt. Auch bei der Nutzung von Suchmaschinen können Surfer etwas zum Klimaschutz beitragen. Die Suchmaschine Ecosia verwendet Ihre Gewinne, um Bäume zu pflanzen. Die Server werden zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien betrieben.

Kinospot 20.09.

Am 20. September 2019 schließen sich weltweit Erwachsene den Schüler*innen von Fridays For Future an, um gemeinsam für eine Zukunft ohne Klimakrise zu demonstireren. Es finden in hunderten Städten in Deutschland an diesem Tag Demonstrationen statt.

In Kooperation mit renommierten Schauspielern ist anlässlich des Aktionstages ein Kinospot entstanden, der auf die Bedeutung jedes Einzelnen im Kampf um unser Klima aufmerksam macht.

Alle fürs Klima, 20.9.19

Fridays for Future will ab 20. September unter dem Motto „Alle fürs Klima“ eine Woche lang in Bonn streiken. Dazu soll ein Camp im Hofgarten eingerichtet werden. Interessierte können an Vorträgen, Workshops und Diskussionen teilnehmen.

Kretschmann Energiebotschafter von Niederösterreich

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurde für seinen Einsatz für den Klimaschutz zum „Energiebotschafter der Energiebewegung Niederösterreichs“ ernannt.

EU-Kommission legt Vorschlag für Klimastrategie vor

Die Europäische Kommission hat heute ihren Vorschlag für eine langfristige Klimastrategie der EU veröffentlicht. Bis 2050 sollen demnach die Netto-Treibhausgas-Emissionen auf Null reduziert werden. Das Climate Action Network Europe (CAN Europe) begrüßt die Pläne, äußert aber auch Zweifel daran, dass die Temperaturziele des Pariser Abkommens damit erreicht werden können. Vielmehr müssten die Netto-Emissionen bereits bis 2040 entfallen und die die Klimaziele bis 2030 auf unter 55% verschärft werden, um die schweren Folgen des Klimawandels noch zu verhindern. Laut dem jüngsten IPCC-Bericht sind die nächsten 12 Jahre entscheidend, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen.

CO2-Konzentration auf Rekordniveau

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm. Die Konzentration der klimaverändernden Treibhausgase in der Atmosphäre ist so hoch wie nie. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor unumkehrbaren Folgen. Es gebe keine Anzeichen für eine Trendumkehr beim Klimawandel. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre stieg nach Angaben der WMO 2017 von 403,3 ppm (Teilchen pro Million Teilchen) auf 405,5. Sie lag damit um 46 Prozent höher als in vorindustrieller Zeit (vor 1750). Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erwartet in einer neuen Studie nicht nur vermehrt Hitzewellen im Sommer, sondern auch starke Kälteeinbrüche in Europa und Nordamerika.